Völklinger Hüttenjazz am 29.07.2005
Leichter Sommer-Cocktail aus Swing, Rock und mehr - Das Ivo-Müller-Quartett spielt beim Völklinger Hüttenjazz
Gitarrist Ivo Müller und Saxofonist Thomas Girard - ihre Musik kam beim Publikum gut an. Foto: Hartmann Jenal
- Von SZ-Mitarbeiter Walter Faas -
Vöklingen. Noten umwabern rostige Nieten. Töne krabbeln über raue Bohlen. Blues hätschelt grauen Schlackenstein. Bossa Nova geht auf Reisen. "Head up high", "Positively", "Minor chant", "Tom's Blues": Solche Standards standen - beispielsweise - auf dem Programm, als das Ivo Müller-Quartett am Freitag zur jüngsten Ausgabe des Völklinger Hüttenjazz lud. "Prächtig. Bis jetzt das Beste, was ich hier gehört habe", resümiert Zuhörer Dieter Wolf. Und fügt hinzu: "Trotz des Regens und obwohl mir der Schirm kaputt gegangen ist." Einen Schirm brauchten die Zuhörer lediglich bis zum mediterran wirkenden Bossa "Lean years" von Pat Metheny. Dann hörte der Schnürli-Regen wie bestellt auf. "Man muss nur lange genug spielen, dann wird man wieder trocken", frotzelt Bandleader Ivo Müller.
Wie verwachsen mit Bass, Drums, Saxofon und Gitarre, servieren Jörg Jenner, Hendrik Schneider, Thomas Girard und Ivo Müller einen sommerlich leichten Cocktail aus Swing, Rhythm & Blues, Rockigem und Funkigem und einigen exotischen Raritäten. Beeindruckend, wie das Quartett Rhythmen, Bassläufe, Melodielinien und Akkorde hin und her jongliert, ohne dass das Ergebnis akademisch überfrachtet wirkt. Dem Publikum gefällt das. "Klasse Musik, hervorragende Musiker", urteilt Jupp Dillenschneider, der selbst jahrelang in einer Band spielte. Matthias Kaufmann sagt: "So geht der Jazz unter die Haut."
Recht hat Kaufmann, und so dürfen sich alle Freunde des Hüttenjazz auf den kommenden Freitag, 5. August, 18 Uhr, freuen: Dann hoffen die Veranstalter - die Stadt Völklingen und das Weltkulturerbe Völklinger Hütte - auf gutes Wetter, denn die vielköpfige Bigband Swing for Fun hat mit dem angekündigten Sound aus acht Jahrzehnten Bigband-Geschichte ihr eigenes Open-Air sicherlich verdient. Der Eintritt ist wie immer frei.
Saarbrücker Zeitung vom 1. August 2005