Forsthaus Neuhaus am 17.07.2005
Wo Jazz und Cremant prickeln und perlen
Das Ivo Müller-Quartett im Forsthaus Neuhaus
Riegelsberg-Neuhaus. Ideale Konstellation: Beim Musik-Sommer im Forsthaus Neuhaus fanden ideales Hochdruckklima, glänzend disponierte Musiker, guter Bewirtungs-Service und ein bestens gelauntes Publikum zusammen. "Was soll ich den Leuten denn sagen, was für eine Art von Musik ihr spielt?" Das will - 20 Minuten vor dem Auftritt des Ivo Müller-Quartetts - die Frau am Tresen wissen, die telefonisch Tischreservierungen entgegennimmt. "Jazz, aber den von der eher harmlosen Sorte", flachst Bassist Jörg Jenner. Bandleader Ivo Müller: "Die Leute sollen ja keine Angst vor dem Jazz haben." Für den vielseitigen Ivo sind die Blue Notes eine Herzenssache: "Jazz ist wichtig", betont er bei jeder Gelegenheit.
Müller hat recht! Wenn die Musik - wie am Sonntag - leicht und geschmeidig klingt, hat der Zuhörer seine wahre Freude daran. Im Schatten einer gut 170-jährigen Buche, die vielleicht sogar schon Napoleons Truppen gepflanzt haben, lassen sich in netter Gesellschaft bei kühlen Getränken und frischer Bistro-Küche gut Standards wie "Minor chant", "Bossa voyage", "Soul street", "Toms Blues" oder "Friday night at the Cadillac club" genießen. Großen Anteil am unerschöpflichen Reservoir der Band hat das samtig klingende Saxofon des Österreichers Thomas Girard. Girard pflegt intensive Zwiegespräche mit der eleganten Gitarre Müllers. Der wiederum beeindruckt mit relaxtem Fingerpicking und gestylten Walking-Linien, während der altbekannte Jörg Jenner am Bass sowie der im Saarland nicht minder bekannte Hendrik Schneider (Schlagzeug) mit rhythmisch vertrackten Soli den Ensemble-Klang glänzend aufpolieren.
Gastgeber Khalid Arabe, Annette Krautkremer sowie der Kulturverein Riegelsberg haben allen Grund, mit dem Konzert zur "Halbzeit" des Musiksommers im Forsthaus Neuhaus zufrieden zu sein.
et/Saarbrücker Zeitung vom 18. Juli 2005