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Gurgelnde Orgel und Salz in der Suppe
Das Debüt-Album von HammondEx

 
- Von STEFAN UHRMACHER - für die Saarbrücker Zeitung vom 11.12.2003
 
Als HammondEx 2002 in der saarländischen Jazz-Szene auftauchten, sorgte ihr bluesiger und funkiger Live-Sound für Aufsehen. Und nun das CD-Debüt: Der Sprung von der rauen, dampfenden Kneipen-Musik zum Wohnzimmer-tauglichen Studio-Jazz klappt sofort. Auf "HexaBlue" regiert der gepflegte Swing. Dennoch hat der dem Blues-Feeling des Hardbop verpflichtete Jazz des Dreiers keine Vitalität eingebüßt.
 
Nehmen wir nur das mitreißende Schlagzeugspiel von Hendrik Schneider. Im Unterschied zum energischen Bühnen-Gebaren schleicht Schneider nun oft auf Samtpfoten - aber mit stimulierendem Tempo und kernigen Einwürfen, die hier das Salz in der Suppe bilden. Ebenso wie die gurgelnde und sprühende Hammond-Orgel von Matthias Ernst. Ihn kennt jeder bei uns als vorzüglichen Pianisten ("Matthias Ernst Trio"). Doch seine Original B3 beherrscht "Monsieur Sérieux" mindestens ebenso virtuos - sie spendet Wärme und Wiedererkennungswert, ist die Seele des Trios. Bleibt noch Ivo Müller, der dritte im Bunde, aus dessen Feder die meisten der starken Kompositionen stammen und der sich hier mit ebenso geschmeidigen wie griffigen Gitarre-Linien in die vorderste Riege der regionalen Saitengrößen spielt.
 
"HexaBlue", von Tonmeister Ralf Schnellbach beim SR aufgenommen, bietet dem Kenner breiten Entdeckungsraum und dem Groove-geneigten Normalhörer ganz einfach nur riesiges Hörvergnügen.